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Altersvorsorge planen: So geht's — auch mit kleinem Gehalt

Altersvorsorge planen: So geht's — auch mit kleinem Gehalt

“Altersvorsorge? Das ist doch noch so weit weg.” Wenn du das schon mal gedacht hast, bist du in guter Gesellschaft — aber leider in schlechter finanzieller. Die Wahrheit ist: Jeder kann und sollte vorsorgen, unabhängig vom aktuellen Gehalt.

In diesem Leitfaden erklären wir das deutsche 3-Säulen-Modell der Altersvorsorge und zeigen praktische Wege, wie du heute anfangen kannst — auch wenn du glaubst, nicht genug zu verdienen.

Warum jetzt handeln — auch mit 25 Jahren?

Die Antwort steckt in einem einzigen Wort: Zeit. Zeit ist der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau, und er arbeitet nur für dich, wenn du früh anfängst.

Der Zinseszinseffekt in der Praxis

Vergleiche zwei Szenarien:

Anna beginnt mit 25 Jahren:

  • Spart 200 €/Monat bis 67 (42 Jahre)
  • Total eingezahlt: 100.800 €
  • Wert mit 67 (bei 7 % p.a.): ca. 1.320.000 €

Ben beginnt mit 35 Jahren:

  • Spart 200 €/Monat bis 67 (32 Jahre)
  • Total eingezahlt: 76.800 €
  • Wert mit 67 (bei 7 % p.a.): ca. 618.000 €

Anna investierte nur 24.000 € mehr als Ben — aber das Ergebnis ist mehr als doppelt so groß. Das ist der Zinseszins über Zeit.

Wie früh du beginnen musst, um 1 Million zu erreichen

StartalterMonatliche Sparrate für 1 Mio. € bis 67*
25 Jahreca. 150 €/Monat
30 Jahreca. 250 €/Monat
35 Jahreca. 420 €/Monat
40 Jahreca. 720 €/Monat
45 Jahreca. 1.250 €/Monat

*Annahme: 7 % durchschnittliche Jahresrendite (historischer ETF-Durchschnitt)

Je länger du wartest, desto teurer wird es. Fang mit dem an, was du hast — aber fang an.

Das deutsche 3-Säulen-Modell der Altersvorsorge

Deutschland hat ein dreistufiges System, das als die “3 Säulen der Altersvorsorge” bekannt ist:

Säule 1: Gesetzliche Rentenversicherung (GRV)

Die Pflichtversicherung für alle abhängig Beschäftigten:

  • Beitragssatz: 18,6 % des Bruttolohns (je zur Hälfte Arbeitnehmer und Arbeitgeber)
  • Regelaltersgrenze: 67 Jahre (für alle ab Jahrgang 1964)
  • Berechnung: Rentenpunkte (Entgeltpunkte) × aktueller Rentenwert
  • Renteninformation: Du erhältst jährlich eine Renteninformation per Post (ab 27 Jahren oder nach 5 Beitragsjahren), die deinen voraussichtlichen Rentenanspruch zeigt

Für eigene Berechnungen: deutsche-rentenversicherung.de bietet einen Rentenrechner und Online-Konto-Dienste.

Die Rentenlücke verstehen: Wenn du heute 3.000 € netto verdienst und damit deinen Lebensstandard hältst, wird die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen, diesen zu erhalten. Die GRV ist als Basisabsicherung gedacht, nicht als alleinige Versorgung.

Typische Rentenhöhe nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittseinkommen: ca. 1.400–1.600 €/Monat brutto (2026). Für die meisten Menschen deutlich unter dem gewohnten Einkommen.

Säule 2: Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Die betriebliche Altersvorsorge ist dein zweites Standbein:

  • Entgeltumwandlung: Du hast das gesetzliche Recht, bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 3.528 €/Jahr) steuer- und sozialabgabenfrei in die bAV einzuzahlen
  • Arbeitgeberzuschuss: Arbeitgeber müssen seit 2022 mindestens 15 % des umgewandelten Betrags als Zuschuss beisteuern
  • Portabilität: Bei Jobwechsel ist die bAV grundsätzlich übertragbar (mitnehmbar)
  • Steuervorteile: Beiträge reduzieren das zu versteuernde Einkommen sofort

Beispiel: Du wandelst 150 €/Monat um. Dein Arbeitgeber fügt 22,50 € hinzu. Dein Nettogehalt sinkt durch den Steuer- und Abgabenvorteil aber nur um ca. 90–100 € — de facto sparst du 172,50 € für nur 90–100 € Nettoverlust.

Empfehlung: Prüfe immer zuerst die bAV-Optionen deines Arbeitgebers — besonders wenn er mehr als die Pflicht-15 % bezuschusst.

Säule 3: Private Altersvorsorge

Die dritte Säule umfasst alle selbst gewählten Investitionen. Die wichtigsten Optionen:

Riester-Rente

  • Staatliche Förderung durch Zulagen und Steuervorteile
  • Grundzulage: 175 €/Jahr; Kinderzulage: 300 €/Jahr pro Kind (185 € für vor 2008 geborene Kinder)
  • Mindestbeitrag: 4 % des Vorjahreseinkommens minus Zulagen (mind. 60 €/Jahr)
  • Für wen sinnvoll: Personen mit Kindern (hohe Zulagen), niedrigem Einkommen, oder wenn der Arbeitgeber Zuschüsse leistet
  • Nachteil: Im Alter wird die gesamte Auszahlung besteuert (nachgelagerte Besteuerung); eingeschränkte Flexibilität

Rürup-Rente (Basisrente)

  • Vor allem für Selbstständige und Freiberufler konzipiert (kein Zugang zur gesetzlichen RV)
  • Hohe steuerliche Absetzbarkeit: bis zu 29.344 € (2026, Einzelperson) absetzbar
  • Nicht kapitalisierbar, nicht vererbbar, nicht beleihbar — nur als monatliche Rente ausgezahlt
  • Geeignet für gut verdienende Selbstständige mit hohem Steuersatz

ETF-Sparplan (empfohlen für die meisten)

Die flexibelste und oft renditestärkste Option:

  • Kein Vertrag, keine Bindung: Du kannst jederzeit anpassen, pausieren oder auszahlen
  • Breite Diversifikation: Ein World-ETF (MSCI World / FTSE All-World) deckt Hunderte von Aktien weltweit ab
  • Sehr geringe Kosten: TER ca. 0,1–0,2 % p.a. — keine versteckten Gebühren
  • Historische Rendite: 7–10 % p.a. (MSCI World seit 1970, nach Inflation)
  • Steuern: Sparerpauschbetrag 1.000 €/Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) steuerfrei; darüber 25 % Abgeltungssteuer (+ Solidaritätszuschlag)

Empfehlenswerte Broker für Langzeit-ETF-Sparpläne in Deutschland: Trade Republic, Scalable Capital, ING, DKB, Consorsbank (alle mit günstigen oder kostenlosen Sparplänen).

Die Rentenlücke berechnen

Die 25x-Faustregel

Eine einfache, weltweit angewandte Methode:

Benötigtes Vermögen = Gewünschte monatliche Rente × 12 × 25

Wenn du im Alter 3.000 €/Monat zum Leben brauchst:

  • 3.000 × 12 = 36.000 €/Jahr
  • 36.000 × 25 = 900.000 € Vermögen

Die Logik: Bei 4 % Entnahme pro Jahr hält das Vermögen theoretisch unbegrenzt (die sogenannte 4-%-Regel, basierend auf US-Langzeitstudien).

Deine persönliche Rentenlücke ermitteln

Schritt 1: Schätze deine Ausgaben im Alter (oft 70–80 % der aktuellen Ausgaben: Hypothek / Miete, Kinderkosten und Pendeln fallen weg; Gesundheitskosten steigen)

Schritt 2: Schätze deine gesetzliche Rente (aus der Renteninformation)

Schritt 3: Die Differenz ist deine Rentenlücke — der Betrag, den du selbst monatlich generieren musst

Gewünschte MonatsrenteZu erwartende GRVRentenlückeBenötigtes Privatvermögen
2.500 €1.500 €1.000 €/Monatca. 300.000 €
3.500 €1.500 €2.000 €/Monatca. 600.000 €
5.000 €1.800 €3.200 €/Monatca. 960.000 €

Wie viel monatlich sparen?

Praktischer Rechner

Grobe Formel (für ca. 7 % Jahresrendite):

Monatliche Sparrate ≈ Ziel ÷ (Jahre × 200)

ZielLaufzeitMonatliche Sparrate
300.000 €30 Jahreca. 250 €/Monat
300.000 €20 Jahreca. 570 €/Monat
600.000 €30 Jahreca. 500 €/Monat
600.000 €40 Jahreca. 180 €/Monat

Strategie für kleines Budget

  1. Start mit 5 % des Nettogehalts: Bei 1.800 € netto sind das 90 €/Monat — machbar
  2. Erhöhe bei jeder Gehaltserhöhung: Steigt das Gehalt um 200 € netto, fließen 100 € mehr in den ETF
  3. Einmalige Beträge nutzen: Steuerrückerstattung, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld → direkt investieren
  4. Automatisierung: Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang — “Zahle zuerst dir selbst”

Das absolute Minimum

Wenn es wirklich nicht mehr geht: 25 €/Monat in einen ETF-Sparplan ist besser als nichts.

25 €/Monat × 40 Jahre × 7 % Jahresrendite = ca. 66.000 €

Noch besser als 0 €. Und wenn das Gehalt steigt, steigt der Beitrag.

Vergleich der Vorsorgeoptionen

OptionRisikoErwartete RenditeFlexibilitätKosten
Gesetzliche RVSehr niedrig1–2 % realKeine
bAV (Entgeltumwandlung)Niedrig–Mittel3–6 %Niedrig0,5–2 %
Riester-RenteNiedrig3–5 %Niedrig1–2 %
Rürup-RenteNiedrig–Mittel3–6 %Sehr niedrig1–2 %
ETF-SparplanMittel–Hoch7–10 %Sehr hoch0,1–0,5 %
TagesgeldkontoSehr niedrig2–4 %Sehr hoch

Fehler bei der Altersvorsorge vermeiden

1. Den Start aufschieben

“Wenn ich mehr verdiene…” — dieser Tag kommt nie, wenn du nicht jetzt anfängst.

2. Nur auf die gesetzliche Rente vertrauen

Die GRV ist das Fundament, nicht das komplette Haus. Wer nur auf sie setzt, wird im Alter eine erhebliche Lücke spüren.

3. Teure Vorsorgeprodukte kaufen

Viele traditionelle Lebensversicherungen und Rentenprodukte haben hohe Gebühren und geringe Transparenz. Faustregel: Gesamtkostenquote (TER + laufende Kosten) unter 1 % pro Jahr.

4. Nicht diversifizieren

Alles in einem Produkt oder einer Anlage zu haben ist riskant. Mische verschiedene Anlageklassen und Regionen.

5. Vorzeitig auf das Rentengeld zugreifen

Riester- und Rürup-Verträge sind für die Rente gedacht — Entnahmen vor 62 Jahren können zu Rückforderungen von Förderungen und Steuernachteilen führen.

6. Den Plan nie anpassen

Dein Leben ändert sich — Heirat, Kinder, Karrierewechsel. Dein Vorsorgeplan sollte mitziehen.

Die Allokation über die Zeit anpassen

Je näher die Rente rückt, desto konservativer sollte das Portfolio werden:

AlterAktien/ETFsAnleihen/Tagesgeld
25–3580–90 %10–20 %
35–4570–80 %20–30 %
45–5550–70 %30–50 %
55–6730–50 %50–70 %

Praktische Regel: Dein Alter in Prozent als Anleihen/Sicherheitsanteil, der Rest in Aktien-ETFs.

Wie Monely dir helfen kann

Monely bietet Werkzeuge, um deinen Weg zur Altersvorsorge zu begleiten:

Langfristige Sparziele

Lege ein Ziel “Altersvorsorge” an:

  • Definiere den Zielbetrag
  • Verfolge den Fortschritt Monat für Monat
  • Sieh, wie viel noch fehlt und wann du es erreichst

Wiederkehrende Transaktionen

Richte deinen monatlichen ETF-Sparplan-Beitrag als wiederkehrende Transaktion ein:

  • Nie vergessen zu investieren
  • Prüfe regelmäßig, ob der Plan eingehalten wird
  • Sieh die Geschichte aller Beiträge

Entwicklungsgrafiken

Visualisiere das Wachstum deines Vermögens:

  • Sehe die Wachstumskurve
  • Vergleiche mit dem Ziel
  • Erkenne Monate ohne Beitrag

Investmentkategorisierung

Erstelle Kategorien für verschiedene Vorsorgeformen:

  • ETF-Sparplan (Trade Republic / Scalable)
  • bAV-Beiträge
  • Riester-Beiträge
  • Notgroschen (Tagesgeldkonto)

Fazit

Altersvorsorge klingt komplex und weit weg — ist es aber nicht. Das Wichtigste ist: anfangen. Auch mit kleinen Beträgen.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Jetzt starten: Zeit ist dein größter Verbündeter. Früh anfangen bedeutet, weniger sparen müssen
  2. Das 3-Säulen-Modell verstehen: GRV + bAV + private Vorsorge (ETF-Sparplan)
  3. Rentenlücke berechnen: Nutze die Renteninformation als Ausgangspunkt
  4. Kosten minimieren: Setze auf ETF-Sparpläne mit niedrigen TER statt teure Versicherungsprodukte
  5. Automatisieren: Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang — “Pay yourself first”
  6. Regelmäßig überprüfen: Mindestens einmal jährlich den Plan anpassen

Du musst nicht reich sein, um gut für die Rente vorzusorgen. Du musst nur konsequent über viele Jahre handeln.

Dein zukünftiges Ich wird jeden investierten Euro heute zu schätzen wissen.


Nächste Schritte: Lade Monely herunter und lege noch heute dein Altersvorsorgeziel an. Fang an, deine Beiträge zu verfolgen und beobachte, wie dein Vermögen über die Zeit wächst.


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