Der Dispositionskredit – kurz Dispo – ist eine der teuersten und gleichzeitig am häufigsten genutzten Kreditformen in Deutschland. Mit Zinssätzen, die oft zwischen 8 % und 14 % pro Jahr liegen, ist er erheblich teurer als ein gewöhnlicher Ratenkredit (3–7 % EJZ) oder ein Wohnungsbaukredit. Laut Bundesbank nutzen rund ein Drittel aller Deutschen gelegentlich oder regelmäßig ihren Dispo – viele ohne sich der wahren Kosten bewusst zu sein.
In diesem Artikel enthüllen wir, wie das Dispo-System wirklich funktioniert, warum die Zinsen so hoch sind und – am wichtigsten – wie Sie aus dieser teuren Falle entkommen können.
Was ist der Dispositionskredit?
Der Dispositionskredit ist ein Überziehungsrahmen auf Ihrem Girokonto, den Ihre Bank automatisch einräumt. Sie können damit Ihr Konto überziehen – also mehr ausgeben als drauf ist – bis zu einem bestimmten Limit.
Wie es in der Praxis funktioniert:
- Sie haben 800 € auf dem Konto
- Sie müssen eine Rechnung über 1.200 € bezahlen
- Die Bank deckt den 400 € Fehlbetrag automatisch
- Sie schulden der Bank sofort 400 € plus Dispozinsen
- Bei Nichtausgleich laufen täglich Zinsen auf
Die größte Falle: Der Dispo ist automatisch und unsichtbar. Sie müssen ihn nicht beantragen, unterschreiben nichts Gesondertes, und viele merken erst, wenn sie den Kontoauszug sehen, dass sie ihn genutzt haben.
Unterschied zwischen Dispo und anderen Bankprodukten
| Typ | Durchschnittliche Kosten | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Dispositionskredit | 8–14 % p. a. | Täglich (auf Restschuld) |
| Überziehungskredit (geduldete Überziehung) | 14–18 % p. a. | Täglich |
| Kreditkarte (monatlich ausgeglichen) | 0 % | Nicht anfallend |
| Kreditkarte (Revolving) | 15–25 % p. a. | Monatlich |
| Ratenkredit | 3–10 % p. a. | Monatlich |
| Privatkredit | 5–14 % p. a. | Monatlich |
Laut Bundesbank-Statistiken verdienten deutsche Banken im Jahr 2023 rund 1,7 Milliarden Euro allein durch Dispozinsen.
Warum sind Dispozinsen so hoch?
Es gibt mehrere Gründe, warum der Dispositionskredit so teuer ist:
1. Reines Profitcenter
Im Gegensatz zu Hypothekenkrediten, bei denen Banken das Ausfallrisiko tragen, sind Dispozinsen nahezu garantiertes Einkommen. Die Bank kann einfach Ihr Konto einfrieren, bis Sie bezahlen.
2. Zielgruppe: Finanziell Anfällige
Studien zeigen, dass 10–15 % der Kontoinhaber den Großteil aller Dispozinsen zahlen. Das sind typischerweise Menschen mit niedrigerem Einkommen, die von Gehalt zu Gehalt leben und sich die Gebühren am wenigsten leisten können.
3. Mangelnde Transparenz
Viele Verbraucher verstehen den Dispositionskredit nicht vollständig oder realisieren nicht, wie teuer er ist. Banken kommunizieren Dispozinsen oft in kleiner Schrift.
4. Keine staatliche Zinsobergrenze (bis vor kurzem)
Deutschland hat seit 2021 durch das Zahlungskontengesetz und die BaFin mehr Transparenz durchgesetzt, aber eine harte Zinsobergrenze für Dispo existiert nicht. Nur der Wuchertatbestand nach § 138 BGB gilt als Grenze (mehr als doppelter Marktzins).
5. Geringe Kosten für die Bank
Wenn eine Bank eine 10 € Kaffeezahlung abdeckt, kostet sie das faktisch nichts. Und trotzdem läuft der Dispozins auf diesen Betrag an.
Wie viel Sie wirklich bezahlen: Echte Beispiele
Beispiel 1: Der Kaffee der 12 € kostete
Sie kauften einen 4 € Kaffee und hatten nur 2 € auf dem Konto:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Kaffee-Kauf | 4,00 € |
| Kontostand | 2,00 € |
| Überziehungsbetrag | 2,00 € |
| Dispozins (12 % p. a., 30 Tage) | 0,007 € |
| Tatsächliche Kaffee-Gesamtkosten | 4,007 € |
Bei kurzfristiger Nutzung ist der Zinseffekt überschaubar. Die Falle entsteht, wenn der Dispo dauerhaft in Anspruch genommen wird.
Beispiel 2: Dauerhafter Dispo (ein ganzer Monat)
Sie sind dauerhaft 3.000 € im Minus über einen Monat (30 Tage):
| Dispozins | Monatliche Zinskosten |
|---|---|
| 8 % p. a. | 19,73 € |
| 10 % p. a. | 24,66 € |
| 12 % p. a. | 29,59 € |
| 14 % p. a. | 34,52 € |
Das klingt zunächst überschaubar – aber:
Beispiel 3: Jährliche Kosten bei dauerhafter Nutzung
Dauerhaft 3.000 € im Dispo bei 12 % p. a.:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Dispozinsen pro Jahr | 355 € pro Jahr |
| Bei 5.000 € Dispo | 591 € pro Jahr |
| Bei 8.000 € Dispo | 945 € pro Jahr |
Das sind fast 1.000 € jährlich – Geld, das gespart, investiert oder für Wichtiges verwendet werden könnte. Und der Dispo bleibt trotzdem bestehen.
Beispiel 4: Dispo vs. Ratenkredit
Szenario: Sie haben 5.000 € dauerhaft im Dispo (12 % p. a.)
Option A: Dispo weiter nutzen (3 Jahre)
- Jährliche Zinsen: 591 €
- Gesamtzinsen (3 Jahre): 1.773 €
- Dispo-Schuld nach 3 Jahren: immer noch 5.000 €
Option B: Ratenkredit aufnehmen (6 % EJZ, 36 Monate)
- Monatliche Rate: 152 €
- Gesamtzinsen: 472 €
- Nach 3 Jahren: vollständig schuldenfrei
- Ersparnis: 1.301 €
Warum es so leicht ist, in die Dispo-Falle zu tappen
1. Bequemlichkeit und Automatismus
Der Dispo wird oft ohne gesondertes Gespräch eingeräumt – manchmal sogar bei der Kontoeröffnung. Sie brauchen nichts tun: Er ist einfach da.
2. Unklare Kontostände
Viele Banking-Apps zeigen den “verfügbaren Saldo” inklusive Dispotoplimit. Sie denken, Sie haben 2.500 € zur Verfügung – in Wirklichkeit sind davon 1.500 € bereits Disporahmen, also geliehenes Geld.
3. Ausstehende Transaktionen
Eine Transaktion wird oft erst 1–3 Tage nach der Zahlung verbucht. In dieser Zeit können Sie weiteres Geld ausgeben, ohne zu wissen, dass der Dispo bald läuft.
4. Daueraufträge und Abonnements
Automatische Abbuchungen für Netflix, Spotify, Fitnessstudio, Versicherungen können bei niedrigem Kontostand den Dispo auslösen.
5. Leben von Gehalt zu Gehalt
Wenn das Gehalt am Monatsende kommt, aber die Miete am Monatsanfang fällig ist, rutscht man leicht in den Minus.
6. Emotionale Ausgaben
Stress, schlechte Stimmung und Impulskäufe führen dazu, dass man Ausgaben tätigt, ohne den aktuellen Kontostand zu prüfen.
Wie man der Dispo-Falle entkommt: Schritt für Schritt
Wenn Sie im Dispo-Kreislauf stecken, keine Panik. Es gibt einen strukturierten Weg heraus:
Schritt 1: Bestehende Schulden umschulden
Der einfachste erste Schritt ist, den Dispo durch einen günstigeren Ratenkredit abzulösen:
So geht es:
- Ratenkredit in Höhe des Dispo-Saldos aufnehmen (3–7 % EJZ statt 12 % Dispo)
- Dispo damit vollständig ausgleichen
- Ratenkredit in festen monatlichen Raten tilgen
Wichtig: Den Dispo danach nicht wieder voll ausreizen!
Bei Ihrer Bank anrufen:
- “Ich würde gerne meinen Dispositionskredit von X € durch einen Ratenkredit ablösen”
- “Können Sie mir ein Angebot zum EJZ machen?”
Online vergleichen:
- Direktbanken (DKB, ING, Comdirect) oft günstiger
- Check24, Smava, Verivox zum Vergleich nutzen
Schritt 2: Bestehende Dispo-Zinsen verhandeln
Wenn Sie schon länger Kunde sind, verhandeln Sie:
Was sagen:
- “Ich bin seit X Jahren Kunde mit gutem Zahlungsverhalten”
- “Ich überziehe regelmäßig aufgrund von [ehrlichem Grund]”
- “Können Sie mir einen günstigeren Dispozins anbieten?”
Erfolgstipps:
- Ruhig und sachlich bleiben
- Wenn erste Person Nein sagt, nach Abteilungsleiter fragen
- Konkurrenzangebote anderer Banken als Hebel nutzen
- Beim Wechsel der Hausbank für Gehaltseingang kann Dispozins sinken
Schritt 3: Verknüpftes Sparkonto einrichten
Viele Banken bieten kostenlose Überziehungsschutz durch ein verknüpftes Sparkonto:
Wie es funktioniert:
- Ihr Tagesgeldkonto mit dem Girokonto verknüpfen
- Wenn Sie überziehen würden, wird automatisch vom Sparkonto transferiert
- Kosten: oft 0 € (statt Dispozinsen)
Wichtig: Funktioniert nur wenn Sie tatsächlich Geld auf dem Sparkonto haben.
Schritt 4: Kontostand-Benachrichtigungen einrichten
Die meisten Banken und Banking-Apps bieten kostenlose SMS/E-Mail-Benachrichtigungen:
Richten Sie Alarme ein für:
- Wenn Saldo unter 300 € fällt
- Wenn Saldo unter 100 € fällt
- Wenn eine große Transaktion verbucht wird
- Wenn Sie in den Minus rutschen
Das gibt Ihnen Zeit, Geld zu überweisen oder Ausgaben zu vermeiden bevor der Dispo läuft.
Schritt 5: Konto täglich prüfen
Machen Sie es zur Gewohnheit, jeden Morgen Ihr Konto zu prüfen:
- Banking-App öffnen
- Kontostand und ausstehende Transaktionen checken
- Kommende Ausgaben (Miete, Abos) im Kopf haben
Günstigere Alternativen zum Dispo
Statt sich auf teuren Dispo zu verlassen, erwägen Sie diese Alternativen:
1. Kreditkarte (verantwortungsvoll genutzt)
Kosten: 0 % wenn monatlich vollständig bezahlt; 15–25 % EJZ wenn Saldo weitergetragen
Wie richtig nutzen:
- Kreditkarte nur für Notfälle oder geplante Ausgaben
- Wenn Girokonto gering ist, per Kreditkarte zahlen
- Bei Gehaltseingang vollständig bezahlen
- Niemals Saldo langfristig weiterführen
Warum besser: Selbst wenn Sie einen Monat tragen, sind 18 % EJZ auf 200 € nur 3 € – viel weniger als Dispozinsen.
2. Ratenkredit zur Dispo-Ablösung
Kosten: 3–7 % EJZ (je nach SCHUFA)
Das ist der wirksamste Weg: Den Dispo mit einem günstigen Ratenkredit ablösen und in festen Raten tilgen. Konditionen vergleichen auf Smava, Check24, Verivox.
3. Sparkasse oder Volksbank – persönliche Beratung
Kosten: oft 7–10 % p. a. für Dispozinsen (günstiger als viele Privatbanken)
Genossenschaftsbanken sind nicht gewinnorientiert und haben oft niedrigere Dispozinsen. Der persönliche Service kann auch bei individuellen Lösungen helfen.
4. Kleinbetragsdarlehen bei Fintech-Anbietern
Kosten: 5–15 € Gebühr für 100–500 € Darlehen
Einige Fintech-Anbieter in Deutschland bieten kurzfristige Mikrokredite an – günstiger als ein hoher Dispozins:
- Targobank: Kleinkredite
- smava Express
- Auxmoney P2P
5. Zahlungsaufschub beim Gläubiger beantragen
Statt den Dispo zu überziehen um eine Rechnung zu zahlen, beim Unternehmen Aufschub beantragen:
- Energieversorger geben oft 2–4 Wochen Aufschub
- Vermieter akzeptieren manchmal verspätete Miete mit kleiner Gebühr
- Kreditkartenanbieter können Fälligkeitsdatum verschieben
Beispiel: Eine 30 € Mahngebühr ist besser als Dispozinsen auf mehrere Monate.
Kostentabelle für 500 € Fehlbetrag
| Methode | Kosten für 30 Tage | Kosten für 90 Tage |
|---|---|---|
| Dispositionskredit (12 %) | 4,93 € | 14,79 € |
| Geduldete Überziehung (16 %) | 6,58 € | 19,73 € |
| Kreditkarte (1 Monat getragen) | 7,50 € | 22,50 € |
| Ratenkredit (6 % EJZ) | 2,50 € | 7,50 € |
| Zahlungsaufschub | 0 – 20 € Gebühr | 0 – 20 € Gebühr |
Künftige Dispobenutzung verhindern
Sobald Sie der Dispo-Falle entkommen sind, ergreifen Sie Vorbeugemaßnahmen:
1. Konten-Puffer aufbauen
Behalten Sie dauerhaft einen “Puffer” auf Ihrem Girokonto:
Strategie:
- Sagen Sie sich mental, Sie haben 0 € wenn tatsächlich 200 € vorhanden
- Diesen Puffer niemals anrühren außer in absoluten Notfällen
- Nach und nach auf 500–1.000 € erhöhen wenn möglich
2. Automatisches Sparen einrichten
Dauerauftrag zum Tagesgeldkonto einrichten:
Wie:
- 50–150 € am Zahltag auf Tagesgeldkonto überweisen
- Klein anfangen und schrittweise erhöhen
- Ziel: 1–3 Monate Ausgaben als Notgroschen (z. B. DKB, ING, Comdirect 3,5 % p. a.)
- Nur für echte Notfälle anfassen
3. Zur günstigen Bank oder Direktbank wechseln
Nicht alle Banken sind gleich. Erwägen Sie zu wechseln zu:
Direktbanken (DKB, ING, Comdirect, Consorsbank):
- Niedrigere oder keine Kontoführungsgebühren
- Niedrigere Dispozinsen (oft 8–10 % statt 12–14 %)
- Höhere Zinsen auf Tagesgeld
Neobanken (N26, Revolut, Vivid):
- Oft komplett ohne Dispo (schützt vor dieser Falle)
- Günstige oder kostenlose Kontoführung
- Früher Gehaltseingang möglich (1–2 Tage früher)
4. Jeden Euro verfolgen
Budgetierungstools nutzen, um genau zu wissen, wohin das Geld geht:
- Monely (verfolgt alle Konten an einem Ort)
- YNAB (You Need A Budget)
- Finanzguru
- Outbank
5. Rechnungen automatisieren
Daueraufträge strategisch einrichten:
Best Practice:
- Alle Rechnungen für direkt nach dem Zahltag planen
- Niemals am Monatsende planen wenn Kontostand niedrig
- Kreditkarte für Autopay nutzen (wenn Sie sie vollständig bezahlen), dann eine Kreditkartenrechnung bezahlen
6. Frühen Gehaltseingang nutzen
Viele Direktbanken bieten Gehaltseingang bis zu 2 Tage früher:
- Hilft, Rechnungen pünktlich zu bezahlen
- Reduziert Situationen mit niedrigem Kontostand
- Wichtig: Ausgaben auch entsprechend planen
Dispoverfügbarkeit dauerhaft reduzieren oder entfernen
Wenn Sie die Versuchung vollständig eliminieren wollen, können Sie den Disporahmen reduzieren lassen:
Wie Sie den Dispo reduzieren oder kündigen
Bei Ihrer Bank anrufen:
- Kundenservice kontaktieren
- “Ich möchte meinen Dispositionskredit auf X € reduzieren” oder “vollständig kündigen”
- Bestätigung schriftlich anfordern
Schriftlich bestätigen:
- Folge-E-Mail mit Ihrer Anfrage senden
- Kopie aller Korrespondenz aufbewahren
- Auf nächstem Kontoauszug prüfen
Testen:
- Kleinen Kauf tätigen wenn Kontostand knapp ist
- Bestätigen, dass die Karte abgelehnt wird statt Dispo zu nutzen
Wichtige Punkte
- Als Bankkunde haben Sie das Recht, den Dispo zu reduzieren – die Bank muss Ihrer Anfrage nachkommen
- Es kann 2–3 Werktage dauern bis die Änderung wirksam ist
- Sie können ihn später wieder erhöhen wenn nötig (empfehlen wir nicht)
- Dies eliminiert die Möglichkeit, in teure Überziehungszinsen zu rutschen
Alternative: Reduziertes Dispoolimit
Wenn Sie sich bei echten Notfällen Sorgen machen, können manche Banken ein kleineres Limit einräumen:
- Statt 5.000 € Dispoolimit nur 500 € behalten
- Begrenzt Ihre Exposition gegenüber hohen Zinsen
- Karte wird abgelehnt sobald Sie das Limit erreichen
Notgroschen: Die echte Lösung
Letztlich ist der einzig wirklich wirksame Weg, nie wieder den Dispo zu brauchen, ein solider Notgroschen.
Warum ein Notgroschen so wichtig ist
Ein Notgroschen ist Geld, das spezifisch für unerwartete Situationen gespart wird:
- Jobverlust
- Medizinische Notfälle
- Autoreparaturen
- Hausreparaturen
- Jede unerwartete Ausgabe
Damit brauchen Sie sich nie auf teure Bankprodukte wie Dispo zu verlassen.
Wie viel sparen?
Allgemeine Empfehlung:
| Situation | Empfohlener Notgroschen |
|---|---|
| Unsicheres Einkommen (Selbstständig) | 6–12 Monate Ausgaben |
| Stabiler Job (unbefristet) | 3–6 Monate Ausgaben |
| Zwei-Einkommens-Haushalt | 3–6 Monate Ausgaben |
| Ein-Einkommens-Haushalt | 6–9 Monate Ausgaben |
| Bei Eltern wohnend | 1–3 Monate Ausgaben |
Beispiel: Wenn Ihre monatlichen Ausgaben 2.500 € betragen, wäre ein idealer Notgroschen zwischen 7.500 € und 15.000 €.
Wo den Notgroschen aufbewahren
Ihr Notgroschen sollte auf sicheren Konten mit täglicher Verfügbarkeit liegen:
- Tagesgeldkonto (Hochzins): Direktbanken bieten 3–4 % p. a. (DKB, ING, Comdirect)
- Geldmarktfonds: Ähnlich wie Tagesgeld, täglich verfügbar, oft via Depot
- Kurzläufer-ETF (Anleihen): Sehr sicher, bessere Rendite als Bankzins
- Festgeld mit kurzer Laufzeit: 3 Monate, gut verzinst, geringes Risiko
Vermeiden: Gewöhnliches Girokonto (kein Zins), riskante Anlagen (Aktien, Krypto), Festgeld mit hoher Vorfälligkeitsentschädigung.
Wie man den Notgroschen von Null aufbaut
Auch wenn Sie von Gehalt zu Gehalt leben, können Sie anfangen:
Monate 1–3: 30–50 €/Monat sparen Erstes Ziel: 500 € (deckt viele kleine Notfälle) Nächstes Ziel: 1.500 € (deckt Autoreparaturen, unerwartete Ausgaben) Endziel: 3–6 Monate Ausgaben
Praktische Strategie:
- Separates Tagesgeldkonto bei einer Direktbank eröffnen (DKB, ING, Comdirect)
- Dauerauftrag am Zahltag einrichten (25–50 € zum Start)
- Das als nicht verhandelbare “Rechnung” behandeln
- Nur für echte Notfälle anfassen
Die goldene Regel der Notfälle
Ein finanzieller Notfall ist etwas:
- Unerwartetes: Sie konnten es nicht vorhersehen
- Notwendiges: Sie können es nicht verschieben
- Dringendes: Es muss jetzt gelöst werden
Beispiele echter Notfälle:
- Jobverlust
- Medizinischer Notfall
- Fahrzeugausfall (wenn Sie es für die Arbeit brauchen)
- Kritische Hausreparatur (Rohrbruch, Heizungsausfall)
KEINE Notfälle:
- Rabatte und Angebote
- Urlaub
- Neues Telefon wenn altes noch funktioniert
- Restaurantbesuche
- Weihnachtsgeschenke (die können geplant werden!)
Wie Monely Ihnen Helfen Kann
Monely ist eine App zur Finanzverwaltung, die Ihr Verbündeter sein kann, um der Dispo-Falle zu entkommen und nie zurückzukehren:
1. Vollständige Sichtbarkeit Ihrer Finanzen
- Alle Konten verbinden: Echten Kontostand über alle Banken an einem Ort sehen
- Niedrigstandsalarme: Benachrichtigt werden bevor Sie den Dispo riskieren
- Automatische Kategorisierung: Verstehen, wohin Ihr Geld geht
2. Dispo-Prävention
- Echtzeit-Kontoverfolgung: Immer genau wissen, wie viel Sie haben
- Ausgabenalarme: Gewarnt werden wenn Sie sich Ihrem Pufferlimit nähern
- Ausstehende Transaktionsverfolgung: Sehen was kommt bevor es das Konto trifft
3. Budgetverwaltung
- Individuelle Budgets: Ausgabenlimits für jede Kategorie festlegen
- Überschreitungswarnungen: Alarmiert werden wenn Sie Ihr Budget fast überschreiten
- Monatliche Ausgabenzusammenfassung: Überprüfen wo Sie zurückschneiden können
4. Notgroschen aufbauen
- Sparziele: Ein Notgroschen-Ziel setzen und Fortschritt verfolgen
- Visuelle Fortschrittsverfolgung: Sehen wie Ihre Ersparnisse mit motivierenden Grafiken wachsen
- Spar-Vorschläge: Bereiche identifizieren wo Sie mehr sparen können
5. Ausgabenverfolgung
- Ausgabenkalender: Alle kommenden Rechnungen an einem Ort sehen
- Zahlungserinnerungen: Nie ein Fälligkeitsdatum verpassen
- Abonnement-Tracker: Abonnements identifizieren die Sie kündigen können
Jetzt starten: Monely kostenlos herunterladen und den ersten Schritt unternehmen, Dispozinsen für immer zu eliminieren.
Fazit
Der Dispositionskredit ist ohne Zweifel eine der teuersten Bankfallen für deutsche Verbraucher. Mit Zinssätzen von 8–14 % p. a. – erheblich über günstigen Ratenkrediten – kann er sich bei dauerhafter Nutzung zu einem echten Schuldenkreislauf entwickeln.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
- Dispozinsen sind überhöht – 12 % p. a. für geliehene 3.000 € kostet 355 € im Jahr
- Es ist leicht in die Falle zu tappen, weil der Dispo automatisch und unsichtbar ist
- Die Kosten summieren sich schnell – dauerhafte Nutzer zahlen Hunderte Euro jährlich
- Sie können den Dispo reduzieren oder kündigen – sprechen Sie mit Ihrer Bank
- Günstigere Alternativen existieren – Ratenkredit, Kreditkarte (vollständig bezahlt), Direktbanken
- Die echte Lösung ist ein Notgroschen – damit brauchen Sie den Dispo nie
Ihr Aktionsplan:
Wenn Sie gerade den Dispo nutzen:
- Dispo mit günstigem Ratenkredit umschulden (Check24/Smava vergleichen)
- Dispolimit danach reduzieren lassen
- Günstigere Alternative für Notfälle nutzen
- Monely nutzen, um Finanzen zu tracken
Wenn Sie den Dispo noch nicht nutzen:
- Notgroschen heute aufbauen beginnen
- Niedrigstandsalarme einrichten
- Wechsel zu Direktbank mit günstigeren Dispozinsen erwägen
- Sich über persönliche Finanzen weiterbilden
Denken Sie daran: Dispo-Nutzung ist nicht schlimm für 1–2 Tage in einem echten Notfall. Das Problem entsteht, wenn er zur Gewohnheit wird oder Sie ihn langfristig nicht ausgleichen können.
Ihre finanzielle Freiheit beginnt mit kleinen bewussten Entscheidungen heute. Starten Sie jetzt, indem Sie monely.app besuchen und die Kontrolle über Ihr Geld übernehmen – ein für alle Mal.
War dieser Artikel hilfreich? Teilen Sie ihn mit jemandem, der aus der Dispo-Falle entkommen muss. Und wenn Sie mehr Tipps zur persönlichen Finanzplanung möchten, folgen Sie dem Monely-Blog!
