Startseite
Produkt
Vergleiche Preise Blog Empfehlen Anmelden

Schenkung oder Erbschaft: Vermögen clever übertragen

Budget und Planung
Schenkung oder Erbschaft: Vermögen clever übertragen
In diesem Artikel

Über Schenkungen zu Lebzeiten und Erbschaften zu sprechen ist selten ein angenehmes Thema — aber es gehört zu den wichtigsten finanziellen Entscheidungen, die Sie für den Schutz Ihres Familienvermögens treffen können. Viele Menschen schieben die Nachlassplanung hinaus, weil sie sie für zu komplex, zu teuer oder “nur für Reiche” halten. In Wirklichkeit sollte jeder, der über nennenswertes Vermögen verfügt, frühzeitig planen, wie es einmal übertragen werden soll.

In diesem Artikel erklären wir in verständlicher Sprache die Unterschiede zwischen Schenkung und Erbschaft, die jeweiligen Vor- und Nachteile, die anfallenden Kosten und Steuern, die verfügbaren Schutzklauseln sowie den richtigen Zeitpunkt für anwaltliche Beratung.

Schenkung zu Lebzeiten: Was sie ist und wie sie funktioniert

Eine Schenkung zu Lebzeiten (auch Handschenkung oder vorweggenommene Erbfolge) ist die freiwillige Übertragung von Vermögen von einer Person auf eine andere, solange der Schenkende noch lebt. Diese Übertragung kann der deutschen Schenkungsteuer unterliegen und erfordert in vielen Fällen eine notarielle Beurkundung.

Wesentliche Merkmale

  • Freiwillig: Der Schenkende entscheidet frei, was er überträgt und an wen
  • In der Regel unwiderruflich: Eine formell vollzogene Schenkung kann grundsätzlich nicht rückgängig gemacht werden (mit gesetzlichen Ausnahmen)
  • Sofort wirksam: Das Eigentum geht im Moment der Schenkung über
  • Steuerlich relevant: Abhängig von Betrag und Verwandtschaftsgrad kann Schenkungsteuer anfallen

Arten der Schenkung

TypBeschreibungBeispiel
Reine SchenkungKeine Bedingungen oder Auflagen„Ich schenke meinem Sohn das Grundstück"
Schenkung mit AuflagenVerknüpft mit einer Verpflichtung„Ich schenke das Haus, wenn du mich pflegst"
Schenkung mit NießbrauchSchenkender behält Nutzungsrecht„Ich schenke das Haus, wohne aber bis zu meinem Tod darin"
Schenkung mit RückfallklauselRückfall ans Vermögen bei Vorversterben„Stirbt mein Kind vor mir, fällt das Gut zurück"
Vorweggenommene ErbfolgeFrühzeitige Aufteilung des Nachlasses„Ich gebe meinen Erbanteil jetzt schon weiter"

Gesetzliche Grenzen: Pflichtteilsrecht

Ein wichtiger Aspekt des deutschen Erbrechts: Das Pflichtteilsrecht schützt bestimmte Erben. Sie können nicht frei über Ihr gesamtes Vermögen verfügen — ein Teil ist gesetzlich für Pflichtteilsberechtigte (in der Regel Kinder und Ehegatte) reserviert. Schenkungen, die innerhalb von zehn Jahren vor dem Tod gemacht werden, können zudem einem Pflichtteilsergänzungsanspruch unterliegen.

Erbschaft: Was sie ist und wie sie funktioniert

Die Erbschaft ist die Übertragung von Vermögen, Rechten und Verbindlichkeiten eines Verstorbenen auf seine Erben. Anders als bei der Schenkung erfolgt sie erst nach dem Tod — entweder nach den gesetzlichen Regelungen oder nach den Bestimmungen eines Testaments.

Ohne Testament (gesetzliche Erbfolge)

Gibt es kein Testament, greift die gesetzliche Erbfolge nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB):

  1. Ehegatte/Lebenspartner und Kinder (erste Ordnung)
  2. Eltern und deren Nachkommen (zweite Ordnung)
  3. Großeltern und deren Nachkommen (dritte Ordnung)
  4. Weitere Verwandte höherer Ordnungen

Mit Testament (gewillkürte Erbfolge)

Mit einem notariellen oder eigenhändigen Testament kann der Erblasser die Verteilung seines Vermögens selbst regeln — innerhalb der Grenzen des Pflichtteilsrechts.

Das Nachlassverfahren

Nach dem Tod ist ein Erbscheinsverfahren oder eine notarielle Abwicklung notwendig, um die Übertragung von Vermögen zu formalisieren:

  • Gerichtlich (Nachlassgericht): Bei Streitigkeiten, minderjährigen Erben oder angefochtenen Testamenten. Kann mehrere Monate bis Jahre dauern.
  • Vereinfacht/notariell: Wenn alle Erben einig sind und keine Komplikationen vorliegen. Dauert in der Regel 1 bis 6 Monate.

Detaillierter Vergleich: Schenkung vs. Erbschaft

AspektSchenkung zu LebzeitenErbschaft
ZeitpunktZu Lebzeiten des SchenkendenNach dem Tod
KontrolleSchenkender entscheidet und begleitetAbhängig von Testament oder Gesetz
SteuerSchenkungsteuer (alle 10 Jahre neu)Erbschaftsteuer (einmalig)
NebenkostenNotar + GrundbuchgebührenNachlassgericht + Anwalt
ZeitrahmenTage bis WochenMonate bis Jahre
KonflikteGeringeres Risiko — Schenkender schllichtetHöheres Risiko — Erben streiten
FlexibilitätSchutzklauseln möglichNach dem Tod begrenzt
SteuerplanungFreibeträge alle 10 Jahre nutzbarSteuern auf einmal fällig

Kosten: Was kostet welche Option?

Kosten einer Schenkung

Im deutschen Recht gelten folgende Freibeträge für Schenkungsteuer (alle 10 Jahre erneuerbar):

VerwandtschaftsgradFreibetrag
Ehegatte / eingetragener Lebenspartner500.000 €
Kinder400.000 €
Enkel200.000 €
Eltern (bei Schenkung)20.000 €
Geschwister, Nichten, Neffen20.000 €
Sonstige20.000 €

Weitere Kosten:

  1. Notarkosten: abhängig vom Verkehrswert des übertragenen Vermögens (nach GNotKG, typisch 0,5–2 % des Wertes)
  2. Grundbucheintragung: bei Immobilien ca. 0,5 % des Kaufpreises
  3. Bewertungskosten: bei Unternehmen oder Kunstgegenständen

Kosten einer Erbschaft

  1. Erbschaftsteuer: gleiche Freibeträge und Steuersätze wie bei der Schenkungsteuer (7–50 % je nach Verwandtschaftsgrad und Wert)
  2. Erbscheinsgebühren: nach dem GNotKG, abhängig vom Nachlasswert
  3. Anwaltskosten: nach RVG, typisch 1–3 % des Nachlasswertes
  4. Testamentsvollstrecker: 1–3 % des Nachlasswertes (wenn bestellt)

In der Praxis ist eine ungeplante Erbschaft oft deutlich teurer als eine gestaltete Schenkung — vor allem wegen des Zeitdrucks und der komprimierten Steuerbelastung.

Steuerliche Vorteile und kluge Strategien

Den Steuerfreibetrag alle 10 Jahre nutzen

Einer der größten Vorteile der Schenkung ist die Möglichkeit, die Steuerbelastung zu strecken. Statt die Erbschaftsteuer auf das gesamte Vermögen auf einmal zu bezahlen, können Sie über die Jahre hinweg Teilschenkungen vornehmen und dabei von folgenden Möglichkeiten profitieren:

  • Zehnjahresfrist: Der Freibetrag erneuert sich alle 10 Jahre — bei einem Kind können Sie in 20 Jahren bis zu 800.000 € steuerfrei übertragen
  • Progressive Steuersätze: Kleinere Schenkungen über die Zeit können zu niedrigeren effektiven Steuersätzen führen
  • Mehrere Empfänger: Schenkungen an Kinder, Enkel und Ehegatte parallel möglich

Praktisches Rechenbeispiel

Angenommen, Sie besitzen ein Nettovermögen von 500.000 € und haben zwei Kinder. Vergleich der beiden Optionen:

Option 1: Erbschaft (ohne Planung)

  • Nachlassabwicklung und Erbschein: ca. 3.000 €
  • Anwalt und Notar: ca. 8.000 €
  • Erbschaftsteuer (bei 100.000 € über Freibetrag, 11 %): ca. 11.000 €
  • Gesamt: ca. 22.000 €
  • Zeit: 6 Monate bis 2 Jahre

Option 2: Schenkung (über 10 Jahre)

  • Schenkungsteuer: 0 € (Freibeträge vollständig genutzt)
  • Notarkosten: ca. 3.000 €
  • Grundbuchkosten: ca. 1.500 €
  • Gesamt: ca. 4.500 €
  • Zeit: sofortig je Übertragung

Potenzielle Ersparnis: ca. 17.500 € — und die Sicherheit, alles zu Lebzeiten geregelt zu haben.

Schutzklauseln: Sicherheit für den Schenkenden

Viele Menschen zögern mit Schenkungen, weil sie befürchten, “mit leeren Händen dazustehen” oder dass ihre Kinder das Geschenkte “verprassen”. Die gute Nachricht: Es gibt Schutzklauseln, die ins Schenkungsvertrag aufgenommen werden können:

1. Nießbrauch (Nutzungsrecht)

Die wichtigste und häufigste Klausel. Sie schenken die Immobilie, behalten aber das Recht, darin zu wohnen oder Miete zu kassieren bis an Ihr Lebensende. Der Beschenkte ist Eigentümer, kann aber nicht ohne Ihre Zustimmung verkaufen.

2. Veräußerungsverbot

Der Beschenkte darf das geschenkte Gut nicht verkaufen. Schützt vor Kurzschlussreaktionen oder äußerem Druck.

3. Gläubigerschutz / Insolvenzklausel

Das geschenkte Vermögen kann nicht gepfändet werden für Schulden des Beschenkten — schützt Vermögen vor Gläubigern.

4. Ausschluss aus dem Zugewinnausgleich

Das geschenkte Gut wird nicht Teil des gemeinsamen Vermögens des Beschenkten. Im Falle einer Scheidung ist es nicht aufteilbar.

5. Rückfallklausel

Stirbt der Beschenkte vor dem Schenkenden, fällt das Gut zurück an den Schenkenden statt in den Nachlass des Beschenkten.

Wichtig: Diese Klauseln können kombiniert werden. Eine Schenkung mit Nießbrauch + Veräußerungsverbot + Insolvenzklausel + Güterrechtsklausel bietet das höchste Schutzniveau.

Wann Sie einen Fachanwalt hinzuziehen sollten

Nachlassplanung ist ein Bereich, der professionelle Begleitung erfordert. Suchen Sie einen Fachanwalt für Erbrecht auf, wenn:

  • Bedeutende Vermögenswerte vorhanden sind: Immobilien, Unternehmen, größere Investments
  • Komplizierte Familienverhältnisse bestehen: Kinder aus verschiedenen Beziehungen, Patchwork-Familie, Generationenvermögen
  • Vermögensschutz notwendig ist: gegen Scheidung, Schulden oder Missmanagement
  • Steueroptimierung angestrebt wird: Minimierung von Schenkung- und Erbschaftsteuer
  • Erbschaftskonflikte drohen: wenn Streit unter den Erben möglich ist
  • Unternehmensübergabe geplant ist: kombinierte Nachfolgeplanung

Was kostet eine Beratung?

Eine Erstberatung beim Fachanwalt für Erbrecht kostet in Deutschland typischerweise 150 bis 300 € (nach RVG oder nach Vereinbarung). Ein vollständiges Nachfolgekonzept kostet je nach Komplexität 1.500 bis 8.000 € — eine überschaubare Investition angesichts möglicher Steuereinsparungen in fünf- bis sechsstelliger Höhe.

Schritt für Schritt: So beginnen Sie mit der Nachlassplanung

Wenn Sie überzeugt sind, dass Planung notwendig ist, folgen Sie diesen Schritten:

  1. Vollständiges Vermögensverzeichnis: Alle Vermögenswerte auflisten (Immobilien, Fahrzeuge, Bankkonten, Wertpapiere, Unternehmensanteile)
  2. Erben identifizieren: Ehegatte, Kinder, Eltern — und die Situation jeder Person berücksichtigen
  3. Ziele definieren: Vermögen schützen? Konflikte vermeiden? Steuern sparen? Alles zusammen?
  4. Anwalt aufsuchen: Ihr Verzeichnis und Ihre Ziele vorlegen für individuelle Empfehlungen
  5. Testament in Betracht ziehen: Auch bei Schenkungen ergänzt ein Testament den Plan
  6. Entscheidungen formalisieren: Schenkungen beurkunden lassen, Grundbuch aktualisieren, Familie informieren
  7. Regelmäßig überprüfen: Änderungen in Familie, Vermögen oder Gesetzgebung können Anpassungen erfordern

Wie Monely Ihnen Helfen Kann

Monely ist ein wertvolles Werkzeug für alle, die ihre Nachlassplanung in Angriff nehmen:

  • Geordnetes Vermögensverzeichnis: Nutzen Sie Monely, um alle Konten, Investments und Vermögenswerte zu erfassen und so einen vollständigen Überblick zu erhalten, der auch Ihrem Anwalt die Arbeit erleichtert.
  • Ziele für Schenkungen verfolgen: Wenn Sie sich entschlossen haben, schrittweise Schenkungen vorzunehmen, können Sie in Monely Ziele erstellen, um Fortschritt und bereits übertragene Beträge im Blick zu behalten.
  • Prozesskosten nachverfolgen: Notargebühren, Grundbucheintragungen, Anwaltshonorare — erfassen Sie alle Ausgaben rund um die Nachlassplanung für vollständige Kostentransparenz.
  • Sichtbarkeit für Erben: Mit der Gruppen-Funktion können Sie Ihren Erben einen partiellen Einblick in Ihre Finanzen gewähren und so die spätere Übergabe erleichtern.
  • Multi-Konto-Überblick: Wenn Sie Vermögen bei verschiedenen Instituten halten, bündelt Monely alles an einem Ort — damit kein Vermögenswert im Prozess vergessen wird.
  • Vollständige Finanzhistorie: Detaillierte Aufzeichnungen aller Transaktionen vereinfachen die Vermögensbewertung, wenn sie benötigt wird.

Mit Monely wird der erste Schritt der Nachlassplanung — Vermögen erfassen und dokumentieren — wesentlich einfacher.


Fazit: Heute planen verhindert Probleme von morgen

Nachlassplanung ist kein angenehmes Thema, aber es ist eine der verantwortungsvollsten finanziellen Handlungen, die Sie für Ihre Familie unternehmen können. Schenkungen zu Lebzeiten bieten klare Vorteile in Bezug auf Kosten, Schnelligkeit und Konfliktvermeidung, während eine ungeplante Erbschaft zu jahrelanger Bürokratie und Streitigkeiten führen kann.

Handeln Sie jetzt:

  1. Erfassen Sie Ihr Vermögen mit Tools wie Monely
  2. Konsultieren Sie einen Fachanwalt für Erbrecht
  3. Planen Sie Vermögensübertragungen intelligent und mit Schutzklauseln
  4. Kommunizieren Sie Ihre Entscheidungen offen mit Ihrer Familie
  5. Überprüfen Sie den Plan regelmäßig

Machen Sie den ersten Schritt! Laden Sie Monely kostenlos herunter und beginnen Sie, Ihr Vermögen zu organisieren. Ein gut durchdachter Nachlassplan ist das beste Geschenk, das Sie Ihrer Familie machen können — Sicherheit und finanzielle Stabilität für die Zukunft.

Organisiere deine Finanzen mit Monely

Verfolge Einnahmen, Ausgaben und Ziele ganz einfach.

Keine Kreditkarte erforderlich.